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10 Tipps für (werdende) Eltern

Aktualisiert: 5. Sept. 2023

Vor einiger Zeit haben wir auf Reddit andere Eltern gefragt, welches ihr wertvollster Eltern-Tipp ist. Innert kürzester Zeit kamen über 500 Antworten zusammen. Diese haben wir ausgewertet, etwas strukturiert und möchten euch diese unten gerne präsentieren.


Die Sätze in Anführungs- und Schlusszeichen sind jeweils (übersetzte) Zitate aus den entsprechenden Reddit-Kommentaren.


Womit stimmst du überein? Womit nicht? Was fehlt deiner Meinung nach? Sag es uns in den Kommentaren. Wir freuen uns über den Austausch.



Tipp 1: Einfach den Moment mit ihnen geniessen

Dies war einer der Tipps, der am häufigsten genannt wurde. Wie es jemand so schön formulierte: "Du hast nur 18 Sommer mit ihnen, also entscheide weise, was du mit ihnen machst". Und denke immer daran: "Die Tage sind lang, aber die Jahre kurz".


Verbringe bewusst Zeit mit ihnen. Denn "Zeit ist das Wertvollste, was man hat, und man hat nicht so viel, wie man denkt" und "kein Geld der Welt hat jemals eine Sekunde Zeit gekauft". Einige weitere Zitate, die in diese Kategorie passen:

  • "Verbringe dein aktuelles JETZT nicht damit, dir zu wünschen, sie wären schon grösser / wieder kleiner. Ansonsten verpasst du den grossartigen Moment, den sie jetzt gerade erleben."

  • "Sie werden nicht immer mit dir spielen wollen. Unterbreche deine "wichtigen" Tätigkeiten, wenn sie deine Aufmerksamkeit brauchen. Für dich sind es vielleicht nur Legos, aber für sie Erinnerungen für die Ewigkeit."

  • "Verbringe so viel Zeit mit ihnen wie möglich. Niemand wünscht sich auf dem Sterbebett, er hätte weniger Zeit mit seinen Kindern verbracht. Du weisst nie, wie viel Zeit du noch mit ihnen hast."

  • "Das Schönste, was man seinen Kindern schenken kann, ist Zeit."




Tipp 2: Vertraue auf dein Bauchgefühl

Eltern zu sein kann angsteinflössend sein. Besonders in unserer heutigen hypervernetzten Welt sind wir einer erdrückenden Flut von gut gemeinten Ratschlägen ausgesetzt. Auch wenn etwas für 99% der Kinder gilt, bringt dir das nichts, wenn dein Kind zu den 1% gehört. Deshalb: "Höre dir alle Ratschläge an, aber entscheide selber, was du davon umsetzt".


Wenn dir dein Bauchgefühl sagt, dass "A" richtig ist, liegst du damit meist nicht so weit daneben, auch wenn alle um dich herum "B" schreien. Jedes Kind ist individuell, einzigartig und wird ohne Bedienungsanleitung geliefert. Diese musst du selbst schreiben.

  • "Viel, viel dümmere Leute als du haben auch schon erfolgreich Kinder grossgezogen. Tu einfach dein Bestes und sie werden sich gut entwickeln."

  • "Informiere dich, aber vertraue letztlich deinem Instinkt. Du weisst mehr, als du glaubst zu wissen!"

  • "Übertreibe es nicht und mach dir nicht zu viele Sorgen... Kinder überleben viele Erziehungsfehler. Solange du deine Kinder liebst und ihnen das auch zeigst, ist wahrscheinlich alles in Ordnung."

  • "Du bist ein Elternteil und diese Verantwortung solltest du ernst nehmen. Aber du bist auch nur ein Mensch. Du darfst Fehler machen."


Tipp 3: Dein Kind ist ein eigenständiges Wesen

Allzu oft betrachten Eltern ihre Kinder als "Anhängsel" ihrer Selbst. Dabei sollten wir sie als eigenständige Wesen mit eigenen Bedürfnissen, Träumen und Entscheidungen anerkennen. Du ziehst keinen "Mini-Me" gross. "Erziehe das Kind, das du HAST, nicht das Kind, das du WILLST. "


Versuche deinem Kind in jeder Lebenslage grösstmögliche Autonomie in seinen Entscheidungen einzuräumen und du wirst überrascht sein. Geschlossene Wahlmöglichkeiten (willst du A oder B?) eignen sich dazu übrigens hervorragend.

  • "Meine Kleine hatte einen Nervenzusammenbruch, weil ich ihrem Geschwisterchen den falschen Peppa-Teller gegeben habe, obwohl es in der Geschichte der Menschheit keine zwei Peppa-Teller gegeben hat, die identischer gewesen wären."

  • "Oder mein 5-jähriger Sohn, der ein wirklich schlechter Verhandlungspartner ist: Ich will nicht nur 5 Minuten spielen! Ich will 2 Minuten!!!"

  • "Ich liebe das! Ich mache das ständig, und mein 4-Jähriger sagt mir jetzt: ‘Ok, Mami, hier sind deine Möglichkeiten.’ Gefolgt von 2-3 Dingen, die er tun möchte. Das ist ziemlich niedlich!"

  • "Nimm dich ein bisschen zurück. Lass sie sein, wie sie sind."





Tipp 4: Nimm dein Kind und seine Bedürfnisse ernst

Behandle die kleinen Menschen so, wie du auch die grossen behandeln würdest. Kinder haben das Recht auf eigene Gedanken und Emotionen und dass wir sie ernst nehmen.


Kinder dürfen anderer Ansicht sein. Kinder dürfen widersprechen. Aber behalte dabei immer im Hinterkopf: "Respekt ist keine Einbahnstrasse. Manchmal müssen auch Grenzen aufgezeigt werden. Mache dabei jedoch klar, dass du ihre Handlungen missbilligst und nicht sie als Personen."

  • "Entschuldige dich bei deinen Kindern, wenn du Fehler machst."

  • "Wenn dein Kind etwas "nur tut, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen", braucht es deine Aufmerksamkeit. Es hat keine andere Möglichkeit danach zu fragen."

  • "Sage nicht: 'Ich bin stolz auf dich', sondern 'Da kannst du aber stolz auf dich sein'. Dieser subtile, aber entscheidende Unterschied hilft ihnen, ihr Selbstwertgefühl zu formen."

  • "Kinder verdienen ein (altersgerechtes) Mass an Privatsphäre genauso wie Erwachsene."

  • "Unterschätze niemals die Macht einer Abend-Routine."




Tipp 5: Begib dich auf ihre Ebene

Behandle Kinder auf Augenhöhe. Viel zu oft glauben wir Erwachsene, dass wir Kindern beibringen müssten, wie die Welt funktioniert. Vielleicht sollten wir uns hie und da von ihnen erklären lassen, wie die Welt funktionieren sollte. Kinder haben einen bezaubernden Blick auf das Leben. Kinder können in Erwachsenen Türen öffnen, die wir längst verschlossen glaubten. Versuche die Dinge und ihre Emotionen durch ihre Augen zu betrachten. Und wenn mal wieder nichts nach Plan läuft, mache einfach einen neuen.

  • "Meines schmierte sich mit Rasierschaum ein und sang: ‘Willst du einen Schneemann bauen?’. Ich habe Tränen gelacht."

  • "Werde neugierig, bevor du wütend wirst."

  • "Kinder lieben nasse, schmutzige Dinge. Wer tut das nicht? Ich geniesse es immer noch, Schlamm und Wasser herumzuspritzen, in Pfützen zu springen und Löcher in nassem Sand zu graben."

  • "Du wirst ein Mass an Geduld aufbringen müssen, von dem du nie gedacht hättest, dass du dazu fähig bist oder sein könntest, aber versuche jeden Tag dein Bestes, um geduldig mit ihnen zu sein."


Tipp 6: Vergiss nicht, dich um dich selbst zu sorgen

"Du kannst nicht aus einem leeren Becher giessen. Wie also auch immer Selbstfürsorge für dich aussieht, praktiziere sie. Nur so bekommen deine Kinder das Beste von dir!" Es ist völlig in Ordnung, wenn du eine Pause brauchst, um deine Batterien wieder aufzuladen. Manchmal ist Elternsein "einfach nur verdammt harte Arbeit".


Achte jedoch darauf, dass der Schatten eines vorangegangenen "schlechten" Moments dir nicht den jetzigen schönen Moment vermiest. Und wenn mal wieder alles einfach nur doof ist, denke daran: "Alles ist nur eine Phase."

  • "Du kannst dich nicht um dein Kind kümmern, wenn du dich nicht um dich selbst kümmerst."

  • "Du bist nicht verpflichtet ‘jede Minute zu geniessen’, weil ‘sie so schnell erwachsen werden’. Manchmal ist es einfach nur anstrengend und du musst nicht so tun, als ob es das nicht wäre."

  • "Eines Tages wirst du über dich selbst lachen, weil du dir so viel Stress gemacht hast."


Tipp 7: Sie machen dir keine schwere Zeit, sie haben eine schwere Zeit

"In denjenigen Momenten, in welchen das Kind am schwersten zu lieben ist, braucht es deine Liebe am Meisten." Kinder machen uns keine schwere Zeit, weil sie kleine, böse Wesen sind, sondern weil sie Probleme haben, die sie selbst nicht lösen können.


Weinen, schreien, treten und so weiter sind ihre einzige Möglichkeit, mit diesen Gefühlen umzugehen. Versuche ihnen zu helfen.

  • "Es ist wichtiger, ruhig zu bleiben, als das Weinen zu stoppen."

  • "Wenn ich eine schwere Zeit mit meinen Kindern habe, hilft mir folgendes Gedankenexperiment: Ich stelle mir vor, ich wäre ein Zeitreisender und könnte 10 Jahre in die Zukunft reisen. Was würde ich nicht alles geben, um wieder mit meinen Kindern zu kuscheln, ihnen durch schwere Zeiten zu helfen und diese Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Das hilft mir meist, den jetzigen Moment bewusster zu erleben. Ich werde mir bewusst, dass jeder Moment mit ihnen auf seine ganz eigene Art und Weise kostbar ist. "

  • "Wenn wir Erwachsene einen schweren Tag haben, ziehen wir uns meist zurück. Wenn Kinder einen schweren Tag haben, fragen sie: ‘Möchtest du mit mir spielen?’"

  • "Wasser hat etwas Beruhigendes. Sei es ein Bad, ein Glas Wasser zum Trinken oder eine Pfütze. Ich weiss nicht warum, aber es hilft."


Tipp 8: Kaufe die richtige Ausrüstung

Die verschiedenen Herausforderungen, welche dich als Elternteil erwarten, lassen sich leichter bewältigen, wenn du die richtige Ausrüstung hat. Welche das ist, unterscheidet sich von Kind zu Kind. Lass dich nicht verunsichern, wenn dir andere Eltern einreden, du bräuchtest unbedingt A oder B. Meist findet nämlich genau dein Kind weder A noch B sonderlich toll.

  • "Man kann nie genug leicht zugängliche Nuschis, Tücher und Lappen zur Hand haben!"

  • "Kaufe nichts, was nicht in Spül- oder Waschmaschine (oder mit dem Gartenschlauch) gereinigt werden kann. Ansonsten wirst du dich abends um zehn verfluchen, wenn du mal wieder eine dieser schicken Wasserflaschen reinigen musst."

  • "Wenn deinem Kind mal wieder langweilig ist, google ‘Ausmalbilder + Name der aktuellen Lieblingsserie’. Du findest in der Regel eine Menge toller Bilder, die du einfach ausdrucken kannst."


Tipp 9: Vergleiche dein Kind nicht mit anderen Kindern

Jedes Kind ist anders - und das ist auch gut so. Wie langweilig wäre die Welt, wenn alle Menschen gleich wären? "Was für den einen funktioniert, funktioniert nicht immer für den anderen." Und: "Messe den Erfolg deines Kindes nicht am Massstab der anderen."


Feier es für seine Leistungen und lasse es wissen, dass es geliebt wird." Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und seine eigenen Stärken und Schwächen. Und jedes Kind ist gut, genau so wie es ist.

  • "Gerate nicht in Panik, wenn dein Kind etwas (noch) nicht macht, was ein anderes bereits macht. Sie kommen alle auf ihrem eigenen Weg ins Ziel."

  • "Meiner hat seine ersten Schritte erst mit 16 Monaten gemacht. Er war glücklich, wenn er krabbelte und uns seine Skills vorführen konnte."

  • "Wirf das Konzept von Meilensteinen über den Haufen. Sie verursachen nur Stress. Jedes Kind erreicht sie auf unterschiedliche Weise und in einer anderen Reihenfolge."

  • "Hetze dein Kind nicht. Lass ihm die Zeit, die es braucht, um in seinem eigenen Tempo zu lernen."




Tipp 10: Bleibe flexibel und wähl deine "Kämpfe" bewusst aus

Nur wenige Dinge laufen genau nach Plan, insbesondere wenn Kinder involviert sind. Gib deine Illusion von Kontrolle auf. Schmiede ruhig Pläne, aber halte dich nicht verbissen an ihnen fest.


Wenn dein Kind nicht isst, wie viel es deiner Meinung nach essen sollte; oder nicht schläft, wann und wie lange es deiner Meinung nach schlafen sollte, dann ist das auch in Ordnung. Sowohl Eltern wie auch Kinder sind glücklicher, wenn es keinen ständigen Kampf gibt. Du musst nicht jedes Mal gewinnen.

  • "Es wird nicht so laufen, wie du es geplant hast. Und das ist in Ordnung. Akzeptiere die Situation und passe dich an."

  • "Wenn du und dein Kind eine Meinungsverschiedenheit haben, frage dich immer: "Was wäre, wenn ich dem Kind seinen Willen lasse?" Manchmal sind wir so aufs "Gewinnen" fokussiert, dass wir den Kern der eigentlichen Sache vergessen."

  • "Nicht jeder Berg ist es wert, darauf zu sterben. Nur weil etwas nicht genau so läuft, wie du es gerne hättest, heisst das nicht, dass es schlecht ist."



Bonus-Tipps

Einige tolle Tipps haben es leider in keine der bisherigen zehn Kategorien geschafft. Sie sind jedoch zu toll, um sie in dieser Auflistung auszuschliessen. Deshalb findest du diese hier:

  • "Erziehe deine Kinder vor allem dazu, freundlich zu sein. Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen werden (meistens) erlernt."

  • "Wenn du als Elternteil Schwierigkeiten im Umgang mit deinen Kindern hast, geht es meist um ungelöste Probleme deiner Kindheit. Du fühlst dich selbst wieder als Kind. Setze dich mit dir auseinander."

  • "Sieh sie an, als würdest du in den Spiegel schauen."

  • "Lese deinem Kind regelmässig vor."

  • "Mache Fotos von deinen Kindern und deinem Partner, während sie spielen, lesen, usw. Das sind die besten Erinnerungen. Erschaffe keine Momente, sondern halte diese fest."

  • "Kinder hören in der Regel nicht auf das, was du sagst, sondern schauen, was du tust. Du willst, dass dich deine Kinder respektieren und dir zuhören? Dann respektiere sie und höre ihnen zu."

  • "Tu nichts einmal, was du nicht auch tausendmal tun würdest."

  • "Wenn du "Nein" zu etwas sagst (vor allem, wenn sie noch sehr jung sind), bleib dabei! Wenn du nach vielem Nörgeln nachgibst, wirst du viel Nörgeln hören."

  • "Initiiere niemals das Ende einer Umarmung."

  • "Und schlaft, wann immer ihr könnt."






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